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Friday, September 11, 2020

Sketchtour Dinkelsbühl - Rückschau: Nightsketching


Die knapp vier Tage, die wir in Dinkelsbühl hatten waren ein Hit! 
Was wir dort alles gemacht haben, erzähle ich detailliert auf meinem Blog.  
Hier erzähle ich jetzt nur übers "Nightsketching".
Eigentlich wollten wir das nur an zwei Abenden machen, aber wir waren alle so Feuer und Flamme, dass wir auch am letzten Abend nochmals länger draussen blieben und malten.

Als Beispiel zeige ich euch ein Tagbild gegenüber einem Nachtbild des Segringer Tors in Dinkelsbühl.
 
Man sieht, dass ich beim Nachtbild tatsächlich fast nichts gesehen habe...die Wahrnehmung ist eine ganz Andere. Man ahnt nur noch, welche Farben man aufbringt und es ist einfacher, wenn man seine Farben im Kasten kennt ;)

Am Tag darauf hatte ich meine Kopflampe dabei, was enorm hilft sein Blatt zu sehen... 


Die Herausforderung besteht darin, viel "weiss" auf dem Papier zu lassen und alles was man sieht zu vereinfachen. Die weissen bzw. leuchtenden, helleren Flächen (Lampen, Mondschein etc) im Bild freizuhalten sind wichtig für den Bildeindruck. 

Die Farbpalette ist reduzierter, als am Tag und man hat eher kalte Farbflächen wie z.B. den Himmel oder dunkle Partien im Bild sowie eher weiss, oder warme Farben an den beleuchteten Flächen. Man benötigt nur wenige Farben. 



Weitere Bilder der Sketchtour auf FB: Urban Sketchers Hohenlohe 
oder
auf meinem BLOG

Monday, September 7, 2020

Ein ruhiger Platz

 In diesen ungewöhnlichen Zeiten, hat eine kurze Pause, und die Ruhe im Freilichtmuseum in Seiffen, mir gut getan. Ich bekam sogar Lust, ein paar Sachen zu Sketchen:-) Der Spaziergang, und die Zeit dazwischen, skizzierend, war sehr entspannend, fast friedlich.












Saturday, August 29, 2020

Berlin, Bebelplatz, 29. August 2020

Heute, am 29.08., demonstrierten Coronaleugner zusammen mit bekennenden Rechtsextremen in Berlin. Sie fordern ein Ende der Infektionschutzmaßnahmen und eine 'Abdankung der Regierung Merkel', berufen sich auf krude antisemitische Verschwörungserzählung wie die vom Q-Anon. Schon vor der Demo begegneten man auf der Straße Gruppen von jungen muskulösen Männern mit einschlägig rechtsradikalen Tätowierungen und T-Shirts. Ihr triumphierendes Auftreten verbreitet Angst - den (laut 'Verfassungsschutz' ja 'nicht rechtsextrem unterwandertene') Coronaleugnern bereitet die gewaltbereite Stimmung offenbar kein Unbehagen, stattdessen berauschen sie sich an Machtillusion. 

Um hiergegen ein Zeichen zu setzen ruft ein breites Bündnis zur 'Solidarität! Statt Schulterschluss mit Nazis! - Protestkundgebung' am Bebelplatz auf.

Ich komme gegen 09:20, Musik und erste Reden aus dem Bühnenwagen vor der Hedwigs-Kathedrale, hier trägt jede*r wie verlangt Masken, wir sitzen oder stehen locker verteilt auf dem Platz.


 

Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes zu 'Unter den Linden, der Marschroute der Coronaleugner, verdecken drei Mannschaftswagen der Polizei teilweise die Sicht, Redner*innen der Kundgeben fordern die Polizei auf, diese zugunsten unserer Sichtbarkeit weg zu setzen. 

 


 

Dem Vorbeizug der Coronaleugner und Rechtsradikalen wird lautstark begegnet (mein Favorit: Kuhhorn mit Schlauchschleife dran gekonnt und laut geblasen). Redner*innen kritisiert zunehmend radikal Polizeipräsenz und -agieren auf unserer Kundgebung, schliesslich aber auch die Nachricht, das die Polizei beginne, den Demonstrationszug gegen Infektionsschutz aufzulösen. Es gibt eine weitere Kundgebung gegen rechts am Bahnhof Friedrichstraße, der Platz leert sich, etwa 20 Polizist*innen in Krawallausrüstung gehen an mir vorbei über den Platz Richtung unter den Linden. 


 


Gegen 13:30 sind weniger Leute auf dem Bebelplatz, viele sind wohl zu anderen Kundgebungen gegangen. Am Rand des Platzes zu Unter den Linden werden Sprecherinnen des #unteilbar Büdnisses vor der Kamera interviewt. Plakate und Banner werden weiterhin gut sichtbar zwischen den Polizeiautos zur Strasse hin präsentiert, wo kein coronaleugnender Zug mehr ist, der ist aufgelöst. Versprengte Vorbeiziehende können evtl. lesen.

 

Die Kundgebung gegen Rechts auf dem Bebelplatz geht weiter mit Reden und Musik. Polizeisirenen und Hubschrauberschrabbeln vom Weitem, einmal zieht eine Gruppe in schwarzen Kapuzen vorbei, versprengte Menschen mit Deutschlandfahnen, einer regt sich mit Finger und Gebrüll auf, auf dem Platz gibt es Musik und entspannte Stimmung. 

Ich gehe zurück zu meinem Fahrrad - vom Weiten sehe ich eine (unschöne) Fahnen schwingende Menge vor dem Bahnhof Friedrichstraße, viel Polizei und viel Agression. Ich fahre - um die rechtsoffene Kundgebung im Tiergarten zu umgehen, Richtung Wedding und sehe immer wieder von großer Polizeipräsenz abgesperrte Straßen. Ich habe genug für heute. 

Berlin | Rolf Schröter

Saturday, August 15, 2020

Skizzentage in Görlitz

Unter dem Titel "Zettel und Stift" fanden die Skizzentage 2020 in Görlitz statt. 
Sehr gut organisiert und als "Corona-Edition" verantwortungsvoll umgesetzt vom Team des Görlitzer Kühlhauses. Für mich ein Wiedersehen mit 2 bekannten und vielen neuen Gesichtern.
Eins steht für mich fest: es gibt viele spannende Zeichentalente und es wird einfach nicht langweilig die Welt mit Zettel und Stift zu entdecken - egal unter welchem Motto.

Hier im Post zeige ich nur ein paar Urban Sketches, die in meinen 4 Tagen in Görlitz entstanden sind.
In der meisten Zeit standen andere Sachen auf dem Programm, was ich aber sehr erholsam fand und ohne übertriebenen Fleiß ein komplettes Skizzenbuch mit 100 Seiten füllte.


 

 
Wohnwagenskizze vom letzten Workshop, bei dem schnell klar wurde, dass Gegenstände sehr gute Geschichten erzählen können - besonders, wenn man ihnen Worte in den Mund legt...

Thursday, August 13, 2020

Sommerurlaub in den Bergen

Drei Wochen Sommerurlaub in den Alpen an drei verschiedenen Orten liegen gerade hinter mir - Wandern, Gleitschirmfliegen (nicht ich!!!) und viel Zeit für sketchen. 
Für mich sind die Berge sehr aufregend. Ich muss mich an die Höhe über mir oder die Tiefe unter mir gewöhnen. Diese große Natur ist sehr stark und beeindruckend.








In der ersten Woche haben wir in einem einfachen kleinen Holzhäuschen gewohnt





mit einem kleinen Garten,



und einer typischen Stube.



Ich liebe Wandern in den Bergen. Ich liebe die grünen weichen Almen, die Bergseen, die Stille, die saubere Luft und vor Allem - die Berghütten unterwegs, wo man den besten Kaiserschmarrn oder Apfelstrudel bekommt.




Eine Woche haben wir in Feltre, Italien verbracht. Während mein Mann mit der Gleitschirmgruppe hoch zum Startplatz fuhr und Stunden über die schöne Gegend flog,



bin ich mit meinem Skizzenbuch in die Stadt Feltre runtergefahren und hatte viel Zeit zum zeichnen.







Die ganze Umgebung war reizend, guter Kaffee überall und nicht so viele Menschen.






Corona war noch zu spüren. Ein paar Läden, Bars und Restaurants waren noch geschlossen und jeder hatte eine Maske dabei…





Tuesday, August 4, 2020

Zettel + Stift — Skizzentage Görlitz

Nach zwei Jahren fanden sie endlich wieder im (oder eher am) Kühlhaus statt, die Skizzentage in Görlitz. 40 Zeichner*innen, meist Illustratoren, trafen sich zum gemeinsamen Zeichnen, Schnipseln, Kleben, Stempeln, Drucken, Rumalbern beim "Stille Post"-Zeichnen, Lagerfeuer und zeichnerischen Entdeckungstouren durch Görlitz. Teilnehmer gaben Workshops für Teilnehmer. Alles angenehm entspannt und doch anstrengend, weil die Tage so voll waren. Wir hatten perfektes Wetter, alles fand draußen im Garten oder in der Altstadt statt. Lediglich die Mücken setzten uns zu.

Da ich schon so oft die Stadt gezeichnet habe, sind hier eher Momentaufnahmen, weniger spektakuläre Stadtansichten zu sehen. Frühere Görlitz-Zeichnungen von mir findet ihr auch hier im Blog unter dem Label Görlitz.

Diese Collage vom Kühlhaus habe ich bei einem Workshop aus bemalten Papierstücken geklebt. 

Ein paar Teilnehmer
     

Der Brunnen im Karpfengrund


In der Ochsenbastei


Donnerstag beim sehr leckeren veganen Essen im Kochwerk


Freitag beim Essen im Garten des Café Kugel


Nach dem Essen spielte dort ein polnischer Cellist für uns.



In einem Workshop wurden wir aufgefordert, in Görlitz nach Geschichten zu suchen. Stef und ich landeten in der Verrätergasse und hatten Glück: die Geschichte dazu stand auf einer Steintafel im Durchgang. Ich habe noch ein paar Tuchmacher in die Gasse gezeichnet.


Hier noch einer der zahlreichen Brunnen von Görlitz. Das Wasser sprudelt nur, wenn man den Sensor hinter der Figur entdeckt und die Hand davor hält.


Menschenskizzen am Markt im Rahmen eines Workshops. Achtung, es hat sich eine Schaufensterpuppe (mit 80er-Jahre-Boris-Becker-Frisur) dazwischen gemogelt!





Und zum Schluß noch ein etwas skurriles Bild. Ein Musiker gab uns ein schönes Konzert, indem er mit seinen Instrumenten (alles von Flöte, Sax, Percussion, Gitarre, Bass bis Keyboard) nacheinander Loops einspielte und diese dann übereinander legte, bis ein fetter Soundteppich entstand. Und sein Bruder tanzte für uns dazu neben Sessel und Stehlampe. Was schon seltsam anmutete, weil 1.) alle Zeichner scheinbar nur in ihre Skizzenbücher schauten und 2.) wir weit verteilt an Tischchen und auf Decken fast im Wald saßen. Es war herrlich, auch die Musik! Leider konnte ich den "Langschlenderer" (so der Name des Musikers) von meiner Position aus nicht sehen. Er war verdeckt vom Tänzer.